Geschichte

Die Geschichte der Kläranlage von 1978 bis Heute

Mit seiner Gründung im Jahr 1978 legte der Abwasserverband Obere Gersprenz den Grundstein für eine zentrale Entsorgung der anfallenden Abwässer aus Haushalten und Betrieben. 1983 wurde die Bauphase mit dem Spatenstich von Staatsminister Karl Schneider eröffnet. Nach zwei Jahren Bautätigkeit konnte im Jahr 1985 die Einweihung der Verbandskläranlage an der B 38 in Brensbach gefeiert werden. Die Kläranlage ist für 22.000 Einwohner bzw. Einwohnergleichwerte bemessen.

Konzipiert wurde die Anlage als eine Simultanteichanlage, bei der nach dem Belebungsbecken zwei Simultanteiche und ein Schönungsteich nachgeschaltet sind.

Außer der eigentlichen Kläranlage wurde das Kanalnetz gebaut. Der Hauptsammler beginnt in Winterkasten und führt im Wesentlichen entlang des Mergbaches und der Gersprenz bis zur Kläranlage. Durch Nebensammler sind die Ortsteile der Verbandsgemeinden angeschlossen. Die Gesamtlänge der Haupt- und Nebensammler beträgt 42 km.

Die Entwässerung aller angeschlossenen Verbandsgemeinden erfolgt durchweg im Mischsystem. Das bedeutet, das Schmutz- und Regenwasser in einem gemeinsamen Kanal zum Abfluss kommen. Zum Schutz des Vorfluters Gersprenz sind im Sammlernetz mehrere Rückhaltekanäle, Regenüberlaufbecken sowie verschiedene Regenüberlaufbauwerke angeordnet.

Das Schmutzwasser des tiefergelegenen Ortsteils Wersau wird durch eine Druckleitung über eine Pumpstation in Wersau der Anlage zugeführt. Mit zunehmenden umweltschutzrechtlichen Bestimmungen steigen die Anforderungen an die geklärten Abwässer. Das heißt, das Wasser das die Kläranlage verlässt muss immer sauberer sein. Dadurch wurde es notwendig die Kläranlage zu erweitern. 1992 wurde eine Umstellung auf Nitrifikation - Denitrifikation vorgenommen. Dadurch wird erreicht, dass noch weniger Stickstoff als bisher mit dem geklärten Wasser in die Gersprenz fließt. Ebenfalls im Jahr 1992 wurde die Phosphatfällung in Betrieb genommen werden.

Eine weitere Herausforderung war der Klärschlamm. Nachdem die Verarbeitung zu Orgabo eingestellt wurde und der anfallende Klärschlamm zunächst nicht vollständig in der Landwirtschaft und Rekultivierung Verwertung fand, wurden 1990 zwei Schlammstapelbehälter gebaut. Damit wurde es möglich, Nassschlamm über längere Zeiträume zu speichern und gezielt zur Ausbringung anzubieten. Im Frühjahr und im Sommer bis in den Herbst hinein kann nun ein Großteil des flüssigen Kärschlammes von Landwirten aus der Region verwertet werden. Ein Stoffkreislauf ist damit geschlossen worden.

Im Jahr 1997 ist das Klärwerk 2 des Abwasserverbandes Obere Gersprenz beim Odenwald-Schlachthof am Ochsenwiesenweg in Brensbach zudem in Betrieb genommen worden (siehe Unsere Anlagen: Klärwerk 2) 

In den Jahren 1999 bis 2008 erfolgte ein Umbau und damit verbunden eine Modernisierung des Verbandsklärwerkes mit Installierung der neuesten Mess-, Steuer-, und Regeltechnik. Im Bereich des Simultanteiches I entstanden zwei Nachklärbecken und ein Regenüberlaufbecken. Ebenso wurde ein zweiter Sandfang mit Fettabscheider gebaut. Durch die Erweiterung der mechanischen und biologischen Reinigungsstufe, sowie der Nachklärung wurde aus der Teichkläranlage eine dem neuesten Stand der Technik entsprechende Kläranlage. Zudem wurden im Kanalnetz große Zwischenspeicher ( Regenrückhaltebecken ) geschaffen. Damit wird ein gleichmäßiger Mengendurchfluss in der Kläranlage erreicht, - der Reinigungsprozess wird optimiert.

Seit 1989 bietet der Verband den Service Umweltberatung an. (siehe Unsere Dienste: 1.Umweltberatung)

Seit nun schon über 25 Jahren sorgt der Abwasserverband Obere Gersprenz, dass ihre häuslichen und betrieblichen Abwässer umweltgerecht entsorgt werden. Wir beraten unsere Bürger in Umweltfragen.

Einweihung der Verbandskläranlage in Brensbach im Jahre 1985.

Schema der Kläranlage Brensbach.

Umbau und Modernisierung der Verbandskläranlage.

Schema der Kläranlage Brensbach - heute.